Schon wieder ist es passiert, wieder einmal in Frankreich. Jemand sieht sich in seinen religiösen Gefühlen verletzt, und bringt einen unschuldigen Menschen grausam um. Ein Lehrer hatte Anfang Oktober im Rahmen der Debatte über Meinungsfreiheit und die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen der Satirezeitung „Charlie Hebdo“ im Unterricht entsprechende Zeichnungen gezeigt. Daraufhin veröffentlichte ein Vater Posts in sozialen Netzwerken, beschwerte sich bei der Schulleitung und machte gegen den Lehrer mobil. Laut Staatsanwaltschaft waren schon Drohungen gegen den Geschichtslehrer vorausgegangen.
Am gestrigen Freitagnachmittag im Pariser Vorort Conflans-Sainte-Honorine geschah dann die grausame Tat. Dort wurde der Lehrer von dem Angreifer attackiert. Der 47-jährige Geschichtslehrer, hatte zahlreiche Wunden am Oberkörper und Kopf und wurde enthauptet aufgefunden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde der mutmaßliche Täter 2002 in Moskau geboren und ist russischer und tschetschenischer Herkunft. Er habe seit dem Frühjahr einen Flüchtlingsstatus in Frankreich und sei bisher geheimdienstlich nicht aufgefallen, sagte Staatsanwalt Jean-François Ricard. Der Mann wurde von der Polizei kurz nach der Tat erschossen. Frankreich wird seit Jahren von islamistischen Anschlägen erschüttert – dabei starben mehr als 250 Menschen.
Ist es hier denn anders?
Wenn man die deutschen Medien verfolgt, dann sieht es hier ganz anders aus, aber ist es tatsächlich so? Mitnichten, auch hier finden in regelmäßigen Abständen religiös motivierte Angriffe statt. In Deutschland ist es aber politisch nicht korrekt, wenn man diese Angriffe in die Öffentlichkeit trägt. Stuttgart, Frankfurt, Berlin und unzählige weitere Übergriffe belegen dies in den letzten Jahren. In Deutschland wird allerdings aufgrund der politischen Korrektheit nie mit solch realistischen Berichten in den Medien agiert wie es zurzeit in Frankreich stattfindet. Hier wird der Rechtsextremismus grundsätzlich an die erste Stelle gesetzt. Nimmt man sich aber mal die Statistiken richtig unter die Lupe zeichnet sich ein ganz anderes Bild ab.
Aufgrund der ideologisch politisch geführten medialen Berichterstattung und der Politik, die hier in Deutschland alles und jeden in den Bereich des Rechtsextremismus und der Rechtsradikalität stellt, ist eine offene sachliche Debatte gar nicht mehr möglich.
Fakt ist aber…
In Europa leben wir alle zusammen, in freien pluralistischen liberalen Gesellschaften. Es hat Jahrhunderte gedauert dies zu etablieren. Die Religionsfreiheit aber auch die Meinungsfreiheit und die Würde des Menschen sind unantastbar und untrennbar miteinander verbunden. Frauen als auch Kinder sind hier in Europa durch den Gesetzgeber geschützt. Wer dieses infrage stellt, sei es ideologisch aber auch religiös, oder für verhandelbar hält, hat hier in Europa nichts verloren. In Europa ist eine Karikatur oder Humor durch die Meinungsfreiheit geschützt, wer das nicht akzeptieren kann oder für verhandelbar hält, hat hier nichts verloren. Zu behaupten, dass die Reaktion des Täters von Paris verhältnismäßig sei, sollte überlegen, ob er hier in Europa leben möchte, oder aber in ein Land zu ziehen, wo man den ideologischen und religiösen Fanatismus ausleben darf. Kaltblütiger Mord bleibt ein kaltblütiger Mord, egal ob ideologisch oder religiös begangen. Es gibt keine einzige Rechtfertigung dafür, schon gar nicht, wenn sich jemand in seinen ideologischen oder religiösen Gefühlen verletzt sieht, da ist die Grenze.
Gewalt bleibt Gewalt!
Dabei ist es völlig egal ob religiös motivierter Terror, Rechts oder Linksterrorismus. Ideologie und Religion sind keine Rechtfertigung für Gewalt gegen Mitmenschen. Wer in einem Land leben möchte, wo ideologischer oder religiöser Fanatismus gelebt wird, dann würde ich vorschlagen, man zieht dorthin und führt sein Leben in den betreffenden Ländern und Gebieten. Auswahl dafür ist ja reichlich da auf unserem Planeten.
Carsten Jahn

